Erst kochte die Gerüchteküche und jetzt ist es amtlich. Das Blue Boy schließt seine Pforten. Der Container steht ab 26. Februar vor dem Haus Eisenacher Straße 3a. Dann fällt ein Stück schwuler Geschichte. Gefallen hat dieses Stück schon lange nicht mehr. War einst das Blue Boy ein Nachtclub für Stricher, Transen und Nachtschärmer mit Niveau, so verkam es unter nach Aufgabe durch die inzwischen verstorbenen Macher mehr und mehr. Zuletzt war das Blue Boy ein „Asyl“ für wohnungslose Kleinkriminelle, die allabendlich auf „Streife“ gehen, um angetrunkene Barbesucher aus der Umgegend anzufassen und zu bestehlen. Wieviele Handies, Geldbörsen, Kreditkarten so ihre Besitzer gewechselt haben, wird wohl immer unklar bleiben. Der Betreiber machte nie ein Hehl daraus, dass es ihn nicht interessiert. Er „mischt sich da nicht ein“. „Die sind ja selber schuld.“ So lautete sein Originalkommentar. Er verdiente zwar letztlich kaum mehr an Umsätzen, dafür jedoch an den Spielautomaten, die ihm ohne Waren- und Personaleinsatz eine schöne Summe einbrachten. Tagein, tagaus – immer nach demselben Muster. Ein osteuropäischer Jugendlicher – mit Migrationshintergrund – „besorgt“ sich Geld auf der Straße und vertreibt sich die Zeit damit, es in die Geldautomaten des Blue Boy zu stecken. Woher er sich das Geld auf der Straße holt, ist auch klar. Angetrunkene Schwule, Touristen, Nachtschwärmer werden angesprochen, – auf eine Zigarette oder unter irgendeinem Vorwand – angefasst … und die Brieftasche fehlt.

So bekommen die „einarmigen Banditen“ immer mehr den Ruf, die wahren „Zuhälter“ als Instrumente von erfolglosen Wirten zu sein.
Zum Schaden für die vielen ehrlichen Betreiber und zum Schaden für einen Kiez, der dadurch mehr und mehr in Verruf geriet.
Letztlich aber auch zum Schaden der Jugendlichen, die nicht nur ihrer Jugend beraubt werden, sondern die vielmehr auch chancenlos in die Kriminalität abrutschen.
Den Betreiber interessierte es nicht …
Eröffnet seinen Laden wenige Meter weiter. Es lohnt sich einfach zu sehr.